Opap an der Börse

 |   |  0 Kommentare |  Kommentieren |  217 mal angesehen
In Griechenland boomt das Glückspiel – und das nutzt die staatlich kontrollierte Lotto- und Totogesellschaft Opap nun für einen weiteren großen Börsengang. Das Unternehmen wurde seit 2001 in drei Tranchen zu 49 Prozent privatisiert und ist mit einer Marktkapitalisierung von 6,5 Mrd. Euro bereits das drittgrößte Unternehmen an der Athener Börse.

Mitte Juli will sich der griechische Staat von weiteren 16,4 Prozent trennen und verliert damit die Mehrheit an dem Lottokonzern. Nach heutigen Kursen hätte der Börsengang ein Volumen von rund 1,3 Mrd. Euro. 60 Prozent der Aktien sollen an ausländische institutionelle Investoren gehen, 40 Prozent auf dem griechischen Markt platziert werden.

Opap nutzt bei dem Börsengang die guten Aussichten für die Anbieter von Glücksspielen in Griechenland. 5, 8 Mrd. Euro gaben die elf Millionen Griechen 2004 für legale Glücksspiele aus. Das war ein Plus von 28,2 Prozent gegenüber 2003. „Nur die Chinesen zocken noch mehr als die Griechen“, beschreibt ein britischer Branchenkenner die Spielleidenschaft der Hellenen. Dem Mythos zufolge sollen sich schon die griechischen Götter der Antike auf dem Olymp mit Würfelspielen die Zeit vertrieben haben.

Ihren Nachfahren steht eine dichte Glücksspiel-Infrastruktur zur Verfügung. Neun Spielcasinos und über 5 000 Lotto-Annahmestellen gibt es, und die Losverkäufer in den Straßencafes gehören zum Bild aller griechischen Städte. 35 Prozent des Gesamtumsatzes der Branche entfällt auf die Spielcasinos. Marktführer ist die von einer israelischen Investorengruppe kontrollierte Spielbank Loutraki bei Korinth. Sie setzte im vergangenen Jahr knapp 850 Mill. Euro um. Auf Rang zwei liegt das Hyatt Regency Casino im nordgriechischen Thessaloniki, gefolgt vom Casino Mont Parnes bei Athen. Kleinere Spielbanken gibt es in Rhodos, Korfu, Xanthi, Porto Carras, Syros und Patras. Die Casinos haben allerdings stetig Marktanteile abgeben müssen. 1998 entsprach ihr Stück am Glückspiel-Kuchen noch 44,5 Prozent.

Gewinner ist die Lotto- und Totogesellschaft Opap, die ihren Marktanteil in den vergangenen sieben Jahren von 26,4 auf 52,6 Prozent gesteigert hat. Mit einer Vielzahl neuer Spiele gelang es dem Unternehmen, Kunden in die Annahmestellen zu locken. Im vorigen Jahr setzte Opap 3,1 Mrd. Euro um und hat den operativen Gewinn (Ebitda) gegenüber dem Vorjahr auf 659 Mill. Euro fast verdoppelt. Für das erste Halbjahr 2005 meldete das Unternehmen einen Umsatzanstieg von 13 Prozent auf 1,7 Mrd. Euro.

Weiteres Wachstum sollen die Fußball-WM 2006 und ein Relaunch des Wettspiels Stichima bringen. Die Investmentbank CSFB prognostiziert dem Unternehmen für 2005 eine Umsatzsteigerung auf 3,8 Mrd. Euro und einen Anstieg der Dividendenrendite von 4,5 auf 7,6 Prozent.

Ausrüster verdienen ebenfalls am griechischen Glücksspielfieber, allen voran Intracom, der größte Elektronikkonzern des Landes. Er liefert die Terminals für die griechischen Lotto-Annahmestellen. Die Konzerntochter Intralot ist mit einem Umsatz von 326 Mill. Euro nach eigenen Angaben der drittgrößte Lotterie-Ausrüster weltweit. Im ersten Quartal 2005 meldete Intralot einen Gewinn (Ebitda) von 39,3 Mill. Euro, gegenüber 31,3 Mill. im Vorjahresquartal. Wachsen will das Unternehmen in ausländischen Schwellenmärkten. Dort bietet Intralot Paketlösungen an, die neben der technischen Infrastruktur auch die komplette Abwicklung von Glücksspiel-Systemen umfassen.(hb)

Kommentare

Gute Wettanbieter

Expekt Wettanbieter Bet365 Wettanbieter Tipico Wettanbieter Sportingbet Wettanbieter