Glücksspiel mit Wettaktien

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Die Deutschen haben das Zocken entdeckt. Nicht in Casinos oder auf Pferderennbahnen gehen viele ihrem Spieltrieb nach, sondern ganz entspannt zu Hause vor dem PC. Neben zahllosen, zum Teil unseriösen Internetbuden sind vor allem Anbieter der börsennotierten Online-Portale wie betandwin.de, Sportwetten.de oder Fluxx.com Nutznießer dieses Booms. Sie vermelden rasante Umsatzsprünge. wams


Ein Ende des Wachstums ist nicht in Sicht. Mittelfristig gehen Branchenkenner von durchschnittlichen Jahreszuwachsraten von 15 bis 20 Prozent aus. Denn speziell in Deutschland ist das Spielen im Cyberspace gerade einmal erst den Kinderschuhen entwachsen. Auch angesichts der zu erwartenden Liberalisierung der Sportwetten-Gesetzgebung in Europa ist das Potential riesig.


Im November dieses Jahres findet eine Anhörung vor dem deutschen Bundesgerichtshof wegen der Zulässigkeit von privaten Wettanbietern statt, eine Liberalisierung des Marktes wird erwartet.


Immer mehr Anleger setzen deshalb auf die Aktien von Online-Casinos und vor allem von Wettanbietern. Die Kurse haben sich allein in diesem Jahr zumeist um ein Vielfaches erhöht. Das Papier des österreichischen Wettanbieters Betandwin beispielsweise weist auf Jahressicht eine Performance von mehr als 400 Prozent auf. Und die Aktie des Online-Lotto-Anbieter Fluxx.com schoß in den vergangenen zwölf Monaten von 2,50 Euro auf bis knapp 13 Euro in die Höhe. Im April stieg die im deutschen Kleinwerte-Index SDax gelistete Aktie sogar innerhalb weniger Tage um satte 60 Prozent. Grund war die Meldung, daß das Unternehmen, das hauptsächlich mit Online-Lotto Geld verdient, künftig auch an der Supermarktkasse Lotto- und Wettscheine verkaufen will.


"Die Aktien in den Branchen Glücksspiel und Sportwetten haben durchweg sehr hohe Bewertungen. Das Wachstumspotential ist mehr als eingepreist", warnt Michael Schrade, Geschäftsführer des auf Nebenwerte spezialisierten Analysehauses GSC Research.


"Die Chancen sind unbestritten, aber die Risiken werden gern verschwiegen." Dennoch steigen auch jetzt noch Anleger ein - ungeachtet der schlechten Erfahrungen aus den Zeiten des Neuen Marktes, wo die Situation zum Teil vergleichbar war. Beispiel Fluxx.com: Das Unternehmen hat aktuell einen Börsenwert von etwa 160 Millionen Euro, hat im vergangenen Jahr aber bei einem Umsatz von 17 Millionen Euro nur 900 000 Euro Gewinn erzielt.


"Das Kernproblem der Branche ist: starkes Wachstum, aber geringe Gewinne", sagt Schrade über die Anbieter von Sportwetten. Der Markt werde zwar weiter wachsen, aber die Margen für die einzelnen Anbieter würden sinken, prognostiziert der GSC-Analyst. Dennoch glaubt er, daß der Hype um die Aktien anhalten wird. Die Fußball-WM 2006 in Deutschland dürfte der Branche einen weiteren Schub geben, "aber auch das steckt in den Kursen drin".


Das Interesse an Sportwetten speziell beim Fußball ist deshalb ungebrochen, und das trotz des Schiedsrichterskandals, der die Bundesliga seit Anfang des Jahres beschäftigt hat. Einer Studie des Kölner Instituts Sport+Markt zufolge interessieren sich rund 10,4 Millionen Bundesbürger für Sportwetten, 6,9 Millionen sind bereits aktive Wetter. Neben dem staatlichen Anbieter Oddset gehört vor allem der Internetanbieter Betandwin zu den bevorzugten Anbietern, so die Studie.

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