Wettanbieter und Börse

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Bei Internet-Wettanbietern und Glücksspielunternehmen boomt das Geschäft. Ihr Umsatz übertrifft den von traditionellen Casinos und Wettbüros inzwischen locker. Ein Beispiel: Beim Online-Wettbüro Betfair, dahinter steht die Sporting Exchange, gehen täglich zwei Millionen Wetten ein, das Sechsfache der Transaktionen an der Londoner Börse. Kein Wunder also, daß Unternehmen wie Sporting Exchange, mit einem Börsengang liebäugeln. Die Investmentbanken Morgan Stanley und Goldman Sachs beraten das Londoner Unternehmen seit Juni. Ob eine Fusion oder ein Börsengang bevorsteht, ist noch offen.


"Das Internet hat sich als fantastisches Medium für das Glücksspiel erwiesen", sagt Richard Carter, Aktienanalyst bei Numis in London. Er rechnet in diesem Jahr noch mit sieben Börsengängen aus den Reihen der Internet-Glücksspielunternehmen. Betfair könnte bis zu 887,7 Mio. Euro wert sein, werden die Bewertungen von Glückspielunternehmen, die in den vergangenen sechs Monaten an die Börse gingen, zugrunde gelegt, sagt Martin Oelbermann vom Münchener Marktforschungsunternehmen MECN.


Den Umsatz, der 2004 mit Glücksspielen im Internet erzielt wurde, beziffern die Marktforscher von Christiansen Capital Advisors, New York, mit 6,6 Mrd. Euro. Das entspricht rund drei Prozent des Gesamtumsatzes der Branche weltweit (rund 195,8 Mrd. Euro). Alleine mit Online-Poker wurden 2004 805,7 Mrd. Euro verdient, zwei Jahre zuvor waren er lediglich 74,1 Mio. Euro. Bis 2009 prognostiziert Christiansen rund 22 Prozent jährliches Wachstum und im Jahr 2009 einen Umsatz von 18,5 Mrd. Euro. Für traditionelle Glücksspielunternehmen geht er von vergleichsweise bescheidenen drei Prozent Zuwachs jährlich aus.


Die Chancen für das Online-Glückspiel sind also günstig, aber Marktbeobachter äußern auch Skepsis und haben die Internetblase der späten 90er Jahre nicht vergessen: "Die Bewertungen basieren auf der Annahme, daß die Branche mittel- bis langfristig zweistellige Zuwächse verzeichnet", sagt Paul Leyland vom Londoner Wertpapierhaus Seymour Pierce. Ein Beispiel für das potentielle Risiko ist die Party Gaming mit Sitz in Gibraltar. Mit PartyPoker.com betreibt sie das größte Poker-Casino im Internet. Der Börsengang brachte dem Unternehmen im Juni 1,53 Mrd. Euro ein. Nachdem Party Gaming vor einem langsameren Umsatzwachstum warnte, verlor die Aktie am Dienstag 33 Prozent und notierte mit 1,55 Euro unter dem Ausgabepreis von 1,72 Euro.


Für Oelbermann hebt sich Betfair, die vor fünf Jahren von Andrew Black, 42, mitgegründet wurde, vom Wettbewerb ab. Wie auch Ebay habe das Unternehmen einen klaren Vorsprung im Geschäft mit Kundentransaktionen, den Mitbewerber nur schwer aufholen können: "Niemand kann Betfair schlagen, es sei denn, die Unternehmensführung begeht einen massiven Fehler." Die 300 000 Kunden von Betfair können auf nahezu alles wetten - ob Hillary Clinton als 2008 Präsidentschaftskandidatin wird, wie hoch die Immobilienpreise in Großbritannien klettern oder wie das Wetter dort im Sommer wird.

Im Mai setzten Betfair-Wetter 14,8 Mio. Euro auf den Sieg von Liverpool gegen AC Mailand in der Champions League, ein Rekordeinsatz. Betfair nimmt Wetten gebührenfrei an und berechnet bei einem Wettgewinn bis zu fünf Prozent. Mit dieser Strategie war Betfair im vergangenen Geschäftsjahr erfolgreich und verbuchte einen Gewinnzuwachs von 63 Prozent. Im selben Zeitraum stieg der Umsatz um 61 Prozent auf 158,3 Mio. Euro.

Sporting Exchange-Gründer Black ließ sich zu seiner Wettbörse von seinen Erfahrungen im Handel mit US-Aktien inspirieren. Die Konventionen war nie seine Sache. Sein Großvater, Sir Cyril Black, saß für die britischen Konservativen im Parlament und sprach sich als Abstinenzler strikt gegen das Glücksspiel aus. Von der Universität mußte sich der junge Andrew Black verabschieden, da er mit Glücksspiel mehr Zeit verbrachte als mit dem Studium.

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