Hoyzer muss ins Gefängnis

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Schock für Robert Hoyzer! Der wegen Wettbetrugs angeklagte Ex-Schiedsrichter muss nun doch ins Gefängnis.

Mit diesem überraschenden Urteil ist der erste Teil im Betrugsprozess zu Ende gegangen. Der 26-Jährige soll für seine Manipulationen für zwei Jahre und fünf Monate hinter Gitter und wirkte vor seinem Abschied aus dem Saal 500 des Berliner Landgerichtes geschockt. Sein Anwalt Thomas Hermes kündigte umgehend Revision an, nachdem die zwölfte Strafkammer über dem Antrag der Staatsanwaltschaft geblieben war. Die Anklage hatte nur zwei Jahre Haft auf Bewährung gefordert.

Auch die Anwälte des mutmaßlichen Drahtziehers Ante Sapina, der wie gefordert zwei Jahre und elf Monate Gefängnis erhielt, wollen beim Bundesgerichtshof in Leipzig Revision einlegen. Damit dürfte es ein rechtskräftiges Urteil erst im WM-Jahr 2006 geben. Der mitangeklagte Ex-Schiedsrichter Dominik Marks erhielt ein Jahr und sechs Monate auf Bewährung.

Die Staatsanwaltschaft hatte anders als beim geständigen Hoyzer zwei Jahre Haft ohne Bewährung verlangt. Milan erhielt ein Jahr und vier Monate, Filip ein Jahr Gefängnis. Die Strafen für die beiden Brüder werden ebenfalls für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. "Wir sind vom Urteil sehr enttäuscht. Das Gericht hat nicht tat- und schuldangemessen geurteilt", sagte Hoyzers Verteidiger Hermes.

Die Kammer sei anders als die Staatsanwaltschaft nicht einmal von banden- sondern nur gewerbsmäßigem Betrug ausgegangen und habe das Geständnis nicht mildernd genug gewertet. "Das gibt für Straftäter das Signal, nicht von Anfang geständig zu sein" sagte Hermes.

Hoyzer, der Anfang des Jahres für 13 Tage in Untersuchungshaft gesessen hatte, muss vorerst aber nicht einsitzen. Er bahnte sich durch ein Dutzend Kamerateams und zahlreiche Fotografen seinen Weg hinaus aus dem Kriminalgericht Berlin-Moabit. Wie Hoyzer darf auch Ante Sapina, der seit Ende Januar in Untersuchungshaft saß, vorerst in Freiheit bleiben. Sämtliche Haftbefehle sind aufgehoben, beide könnten ihre Strafen im offenen Vollzug verbüßen.

Ante Sapinas Anwalt Stefan Conen zeigte sich unzufrieden, nachdem er Freispruch beantragt hatte. Begründet hatte Sapinas dreiköpfiges Juristen-Team dies unter anderem damit, dass der staatliche Wettanbieter Oddset erst nach Bekanntwerden des Skandals manipulierte Wetten ausdrücklich in seinen Geschäftsbedingungen verboten hatte.

Die Vorsitzende Richterin Gerti Kramer folgte dem in ihrer mündlichen Urteilsbegründung nicht, übte aber deutliche Kritik an Oddset. Nach dem DFB-Pokalspiel Paderborn - Hamburger SV seien der Verdacht und die Namen bekannt gewesen. "Es ist rätselhaft, wie Oddset nicht in der Lage ist, eine Strafanzeige an der richtigen Stelle anzubringen", sagte die Richterin.

Stattdessen habe Ante Sapina nach einem Gespräch bei Oddset weiter wetten dürfen. "Man wollte das Huhn, das goldene Eier legte, nicht gleich schlachten." Richterin Kramer sah Ante Sapina, Hoyzer und Marks nicht als Bande und beschrieb die Referees nur als Gehilfen.

Er wertete die Taten aber als schwerwiegender und ordnete Hoyzer zwischen dem federführenden Kroaten und dem später dazu gekommenen Marks ein. Spätestens nach dem Pokalspiel in Paderborn und einem Anruf von Schiedsrichter-Kollege Lutz-Michael Fröhlich hätte Hoyzer die Manipulationen beenden können.(sportal)

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