Vier WM-Stadien mit Mängeln

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Gefährliche Stolperfallen, unüberwindliche Gräben und schmale Treppen: Stiftung Warentest hat bei den zwölf deutschen WM-Stadien grobe Baumängel geortet. In vier von zwölf WM-Stadien, darunter das Olympiastadion in Berlin, die Veltins-Arena in Gelsenkirchen, das Zentralstadion in Leipzig und das Fritz-Walter-Stadion in Kaiserslautern, könnte es auf Grund von "erheblichen Sicherheitsmängel" bei einer Massenpanik zu tödlichen Vorfällen kommen, warnte Stiftung Warentest in ihrer am Dienstag in Berlin veröffentlichten Studie, fünf Monate vor der WM. "Bausführung und Fluchtwege entsprechen nicht dem Stand der Technik", so die Quintessenz des unabhängigen Instituts. Am meisten gefährdet seien vor allem jene Menschen, die für ihre Tickets am meisten bezahlen müssten. Den Besuchern in den VIP-Logen stünden beispielsweise im Falle eines Brandes kaum Fluchtmöglichkeiten zur Verfügung, so Stiftung Warentest. "Wir bleiben dabei: Unsere Stadien sind sicher", sagte der Vizepräsident des WM-Organisationskomitee, Horst R. Schmidt, bei einer Pressekonferenz am Dienstag wenige Stunden nach der Veröffentlichung der Studie.

Nach Einschätzung von Stiftung Warentest weisen vier weitere WM-Stadien (die AOL-Arena in Hamburg, die Commerzbank-Arena in Frankfurt, das Gottlieb-Daimler-Stadion in Stuttgart, der Dortmunder Signal-Iduna-Park) ebenfalls Sicherheitsmängel auf. Nimmt man die Studie der Stiftung Warentest als Massstab heran, entsprechen damit zwei Drittel der WM-Stadien nicht den Sicherheits-Richtlinien des Fussballweltverbandes FIFA. Weltmeisterlich gebaut sind nach Auffassung der Stiftung Warentest die Stadien in Hannover, Nürnberg, Köln und München. Schwerpunkt der Untersuchung war Flucht und Evakuierung im Falle einer Massenpanik. Eigentlich sollte die Studie erst am 19. Januar vorgestellt werden. Angesichts der Kritik und Mahnung zur Eile gab die Stiftung gestern bekannt, ihre Ergebnisse schon heute zu präsentieren.

Beckenbauer not amused

Franz Beckenbauer, Präsident des deutschen Organisationskomitees, übt an der Studie scharfe Kritik: "Also ganz ehrlich, mir reicht's jetzt mit diesem Heer der Besserwisser und Wichtigtuer, die sich über die WM profilieren wollen", so Beckenbauer gegenüber der "Bild"-Zeitung, noch bevor die Stiftung ihre Untersuchung veröffentlicht hatte. "Die Stiftung Warentest kennt sich vielleicht mit Gesichtscreme, Olivenöl und Staubsaugern aus. Dabei sollten sie bleiben", führte der Kaiser aus.

Die Studie der Stiftung Warentest ist nach mehreren Vorfällen rund um die WM-Stadien in den letzten Monaten zusätzliches Wasser auf den Mühlen der deutschen WM-Organisatoren. Denn sSchon beim Confed-Cup standen diese im Visier der internationalen Kritik, als vor dem Finale zwischen Brasilien und Argentinien Teile des Spielfeldes unter Wasser standen, weil das Frankfurter Stadiondach nach starken Regenfällen nicht dicht hielt. Unangenehm für die Organisatoren war auch, dass in den Spielen des als Generalprobe für die WM angedachten Turniers mehrere Flitzer von den Tribünen sich über die Absperrungen ihren Weg aufs Spielfeld zu den Profis bahnen konnten. Das WM-Stadion in Kaiserslautern stand in jüngerer Vergangenheit schon zwei Mal im Brennpunkt. Erst wurde bei einem Bundesligaspiel des Vereins von Teamtorhüter Jürgen Macho ein Ordner von einem herabstürzenden, zwei Meter grossen Blechteil der Seitenverkleidung getroffen, Anfang Dezember musste die Partie gegen Eintracht Frankfurt kurzfristig wegen baulicher Sicherheitsmängel abgesagt werden. (WB)

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