Oddset wird massiv eingeschränkt

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Das deutsche Bundesverfassungsgericht hatte in seinem Urteil vom 28. März das Sportwetten-Monopol von Oddset grundsätzlich bestätigt. Gleichzeitig erteilte das Gericht der Staatlichen Lotterieverwaltung Vorgaben zur Begrenzung der Werbung und zum Auftreten von Oddset.Der Bayrische Finanzminister Kurt Faltlhauser (Bild) hat nun einen umfangreichen Massnahmenkatalog für die weitere Tätigkeit der Staatlichen Lotterieverwaltung vorgestellt. Ab sofort gilt in Bayern zu den Arbeitsfeldern "Wettangebot", "Vertrieb", "Werbung" und "Suchtprävention" folgendes: Die Lotterieverwaltung werde das Wettangebot einschränken, so das Ministeriums. So würden beispielsweise Halbzeitwetten nicht mehr angeboten. Livewetten werde es bei Oddset nicht geben und Wetten über SMS künftig nicht mehr möglich sein. Auch soll es keine Wettmöglichkeiten im Fussballstadion mehr geben.

Für Wetten im Internet gelte folgendes: Bestehende Kunden würden aufgefordert, binnen drei Wochen eine strenge Identifizierung durchzuführen, Neuanmeldungen im Internet solange ausgesetzt, bis eine umfassende Lösung für die vom Bundesverfassungsgericht geforderte Suchtprävention und den Jugendschutz gefunden sei. Auch die Werbund wird massiv eingeschränkt: Oddset-Fernsehwerbung soll eingestellt werden, ebenso soll die Bandenwerbung in Stadien und die Rundfunkwerbung für zwei Monate ausgesetzt werden. In dieser Zeit soll geprüft werden, wie Rundfunkwerbung aussehen könne, die sich ausschliesslich an sachlicher Information zur Art und Weise der Wettmöglichkeiten orientiere.

Neue Trikotwerbung gebe es künftig nicht mehr. Alle Werbeaussagen würden überprüft, ob sie unzulässige Aufforderungen zum Wetten enthielten. Künftig dürfe sich die Werbung alleine auf Informationen zur Art und Weise der Wettmöglichkeiten beziehen.

Zudem stellte das Ministerium Massnahmen zur Suchtprävention vor: So soll auf alle Spielscheine ein Hinweis auf die Suchtgefährdung aufgedruckt werden. Mitarbeiter der Annahmestellen erhielten eine spezielle Schulung. Ausserdem soll es in allen Annahmestellen Aushänge mit Hinweisen auf Suchtberatungsstellen geben.

Grundsätzlich seien Wetten künftig nur noch mit Kundenkarten möglich. Damit werde zum einen eine Sperrmöglichkeit erreicht, der Spieler könne sich auch individuelle Wettlimits einspeichern, und ein "Vielfachspielen" werde verhindert, erklärte das Ministerium. Vorgesehen sei, ein Sozialkonzept für Suchtgefährdete zu entwickeln.

"Dieses Massnahmenpaket zeigt: Die Staatliche Lotterieverwaltung nimmt die Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts ernst und handelt rasch und konsequent. Gleichzeitig hat der Innenminister angekündigt, jetzt mit allen Mitteln gegen illegale private Wettanbieter vorzugehen. Damit ist Bayern bei der Umsetzung des Urteils auf einem guten Weg", erklärte Faltlhauser. WB

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