Röwekamp soll nicht starken Max spielen

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CDU-Innensenator Thomas Röwekamp habe sich vorschnell und unüberlegt gegen den privaten Wettanbieter betandwin positioniert und füge Bremen damit möglicherweise großen Schaden zu. Das sagt der stellvertretende Grünen-Fraktionsvorsitzende Matthias Güldner und fordert im Interview mit unserem Redakteur Christian Dohle einen Runden Tisch - mit der Politik, dem Sport und mit Werder, das nächste Saison für betandwin wirbt.

Frage: Der Innensenator hält den privaten Wettanbieter betandwin für illegal und will ihn verbieten. Sie nicht?

Matthias Güldner: Der Senator ist in meinen Augen ohne eine ausreichende rechtliche Grundlage nach vorne geprescht und hat sich in eine Falle manövriert, aus der er jetzt nur schwer wieder heraus kommt. Das hatten wir schon bei der Brechmittel-Affäre und aktuell beim Streit um die Ortsamtsleiter in Lesum und Schwachhausen. Um es platt zu sagen: Vor Inbetriebnahme des Mundwerks ist erst das Gehirn einzuschalten. Es ist eine schwierige Rechts- und Interessenlage. Innensenator Röwekamp hätte erst einmal gucken müssen, was für Bremen das beste ist.



Röwekamp hält betandwin für illegal, die Werbung für den Wettanbieter für strafbar. Gibt es da eine Alternative zu einem Verbot?

Wir reden über einen Wettanbieter, der eine gültige Lizenz in den neuen Bundesländern besitzt. Und darüber, ob diese auch in West-Deutschland gilt. Das Bundesverfassungsgericht hat das bewusst offen gelassen. Generell hat es zwei Möglichkeiten zur Wahl gestellt: Ein staatliches Monopol oder die Zulassung auch privater Anbieter unter strengen Auflagen. Jetzt muss man erst einmal gründlich darüber nachdenken, was für den Staat und den Sport das beste ist und mit allen Beteiligten reden. Herr Röwekamp aber hat seine Entscheidung bislang mit niemandem in Bremen besprochen.



Ist es nicht grundsätzlich eine lobenswerte Absicht, das Glücksspiel einzudämmen?

Im Internet-Zeitalter ist ein komplettes Verbot privater Anbieter doch gar nicht möglich. Der Staat kann es nur noch kanalisieren und in geordnete Bahnen lenken. Eins steht fest: Die Politik muss glaubwürdig sein. Man kann nicht auf der einen Seiten gegen den Werbepartner von Werder, Bremens Aushängeschild Nummer 1, vorgehen und ihn als illegal brandmarken, wenn man auf der anderen Seite den ehemaligen Space Park zum Las Vegas an der Weser machen will. Das ist scheinheilig.



Was sollte Senator Röwekamp jetzt tun?

Auf jeden Fall nicht weiter den starken Max spielen und große Ankündigungen machen, die er nachher nicht umsetzen kann. Klar ist, dass wir weiterhin Geld für den Leistungs- und Breitensport brauchen, der maßgeblich aus den Lotterieeinnahmen finanziert wird. Und wir müssen unserer moralischen Verpflichtung genügen und die Menschen vor der Spielsucht schützen, so weit das im gesetzlichen Rahmen möglich ist. Ich empfehle Herrn Röwekamp, das Gespräch mit allen Beteiligten zu suchen. Es ist die Aufgabe des Innensenators, für einen Ausgleich zwischen den Belangen des Sports und denen der staatlichen Wettaufsicht zu sorgen. Bremer-Nachrichten

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