Geteilte Meinungen zum Wett-Monopol

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Staatliches Wett-Monopol oder regulierte Vielfalt? Nach dem Spruch des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) vom März, das den politischen Entscheidungsgremien beide Varianten offen gelassen hat, ist eine heftige Diskussion entbrannt. Die Grünen in der Bremischen Bürgerschaft hatten deshalb zu einem Fachgespräch mit Experten eingeladen, um sich selbst ein Bild machen zu können.Unter der Moderation des stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Matthias Güldner diskutierten Michael Barth, Geschäftsführer der Bremer Toto- und Lotto GmbH, Dieter Jerzewski, Präsident des Bremer Fußball-Verbandes, Gerhard Meyer, Suchtexperte von der Uni, Jens Becker, Hausjurist des privaten Wettanbieters "betandwin", Manfred Müller, Marketing-Direktor bei Werder Bremen, Ingelore Rosenkötter, Präsidentin des Landessportbundes und Wolfgang Schneider, Direktor der Landesmedienanstalt, ein Für und Wider des staatlichen Wett-Monopols. Dabei kristallisierte sich die größte Kluft zwischen Michael Barth als striktem Befürworter und Jens Becker als Vertreter eines liberalisierten Marktes für Sportwetten heraus.

Das nur im Internet tätige Unternehmen "betandwin" beschäftigt bekanntlich die Gerichte, weil es nur eine Lizenz des Freistaates Thüringen besitzt und in Bayern verboten wurde. Dies wiederum hat spezielle Auswirkungen auf Bremen, da sich der Fußball-Bundesligist Werder Bremen das Logo für zwei Jahre auf die Brust seiner Spieler geholt und damit eine Kontroverse mit Innensenator Thomas Röwekamp (CDU) provoziert hat. Doch darum ging es gestern nur am Rande.

Die hochrangige Runde hatte in der Hauptsache Stellung zu beziehen, ob das staatliche Wett-Monopol erhaltenswert ist bzw. im Wettbewerb mit dem weltweiten Internet überhaupt gehalten werden kann. Dies bezweifelte mit Manfred Müller vor allem "betandwin"-Jurist Becker. Er bestätigte, dass das Unternehmen in Deutschland keine Steuern und Abgaben zahlt, weil es dafür keine gesetzliche Grundlage gebe. Er stellte aber eine stärkere Förderung des Jugend-Fußballs über die Spende von Trikots hinaus in Aussicht. Lotto-Chef Michael Barth erläuterte, dass der Spruch des BVerfG den Erhalt des staatlichen Wett-Monopols unter strengen Auflagen wie Suchtprävention und Verzicht auf aggressive Werbung zulässt.

Freiwillig sei deshalb schon auf Werbung für den staatlichen Wettanbieter "Oddset" verzichtet worden, was zu einer Umsatzeinbuße von 25 bis 30 Prozent geführt habe. "Staatliches Monopol und sonst nichts", kam Unterstützung von LSB-Präsidentin Ingelore Rosenkötter, die um die Förderung des Bremer Amateursports mit jährlich vier Millionen Euro aus Wettmitteln bangt. Besser wäre es natürlich, wenn Sport, Jugend, Kultur oder Wohlfahrtsverbände aus regulären Haushaltsmitteln gestützt würden.

Dieter Jerzewski vom Bremer Fußball-Verband bekannte, dass er nicht wisse, wohin die Reise geht. Einesteils sei er für die Beibehaltung des staatlichen Monopols mit sicheren Geldern aus Wetteinnahmen. Da er aber zugleich im Vorstand des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) sitze, wo eine andere Meinung vorherrsche, plädiert er für eine Teil-Liberalisierung des Wett-Marktes. Allerdings müssten dann auch die privaten Anbieter Steuern zahlen.

Manfred Müller sprach von Scheinheiligkeit und Doppelmoral: Der Staat sei es schließlich, der Spielbanken betreibe oder lizensiere und vom Glücksspiel profitiere. Er prophezeite ein baldiges Ende des Monopols wie schon in anderen europäischen Ländern. Sucht-Experte Gerhard Meyer verwies auf das hohe Gefährdungspotenzial durch Internet-Wetten. So gebe es bei "betandwin" lediglich ein monatliches Limit von 5000 Euro, was jeden Normalbürger in den Ruin treiben könne.

Quelle: <a href='http://www.bremer-nachrichten.de/btag/btag_1348.php?artid=2006070600854&' target='_blank'>www.bremer-nachrichten.de/btag/btag_1348.php?artid=2006070600854&</a>

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