Dt. Gerichte haben den Wettmarkt im Visier

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Rund zwölf Milliarden Euro verwetten die Deutschen im Jahr, wobei Spielbankenumsätze sowie illegale, halblegale oder über ausländische Firmen (oft per Internet) gemachte Einsätze noch gar nicht mitgerechnet sind. Rund 75 Prozent des Marktes bestreitet das staatliche Lotto nebst seinen Ablegern Fußballtoto und Oddset. Nur noch ein Prozent vom Kuchen verteidigt die vor dem Krieg marktbeherrschende Pferdewette, die von alters her die einzige unzweifelhaft legale Sportwette in Deutschland außerhalb des staatlichen Monopols ist, jedoch vom Staat und vom Marktgeschehen seit Jahren nur herumgeschubst wird.

Addiert man Kasinos, Internet- und Auslandswetten, so kommt man nach Expertenmeinung auf eine Marktgröße von 35 Milliarden Euro. Der spektakulär boomende Bereich mit einem Anteil von etwa zwei Milliarden Euro bei jährlichen Zuwachsraten von 25 Prozent ist dabei der Sportwettenmarkt mit den Fußballwetten.

Die meisten Betreiber stützen sich dabei auf durchaus skurril erscheinende Konstruktionen, die ihnen eine juristische Weißwäsche durch Einschaltung von Lizenzen aus den letzten Tagen der DDR sowie einer Steuerminimierung durch Adressen in Gibraltar, Malta oder Bosnien-Herzegowina erlauben.

Zwischen 2000 und 4000 Läden müssen es in diesem Frühling gewesen sein, doch ein paar hundert sind nun schon wieder geschlossen. Denn urplötzlich, im Jahre der WM, wenn auch für diese viel zu spät, sind Deutschlands Gerichte soweit. Ende März urteilte das Bundesverfassungsgericht: Private Sportwetten in gewerblicher Form und ohne stichfeste deutsche Zulassung sind strafbar. Drei Monate später stellte das Bundesverwaltungsgericht klar: Wettvermittlung per DDR-Lizenz beschränkt sich auf das Erteilungsgebiet und gilt nicht bundesweit. Das NRW-Oberverwaltungsgericht und das VG Hannover sagen zudem: Vermittlung über das Ausland ist auch nicht legal.

Klarheit bringen die nächsten Monate. Das auf einen deutschen Weltmeistertitel verwettete Geld liegt dann allerdings längst auf der Bank. Zu spät kam die deutsche Bürokratie in Gang. Ohne Frage, das Monopol von Lotto/Oddset steht, wenn auch unter gewissen Beschränkungen, bis Ende 2007 unter dem Schutz des Bundesverfassungsgerichts, und Bund und Länder müssen bis dahin neue Regeln festlegen.

Leitlinie bei alledem ist die Sorge der Karlsruher Richter um die Spielsucht. Darum das Lottomonopol. Eines steht jedoch fest: Die Pferdewette ist unumstritten erlaubt. Pessimisten mögen deshalb bemäkeln, daß ihr der Reiz des Verbotenen fehle, doch das ist "um die Ecke gedacht". Pferdewetten machen Spaß, besonders die gewonnenen.

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