Waghalsige Werbung für Wettanbieter

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Die beabsichtigte Werbung für Wettanbieter schlägt hohe Wellen: Fußball-Bundesligist Werder Bremen als auch Zweitligist 1860 München drohen deshalb massive Probleme.



München/ Bremen - Bei 1860 München könnte es heute nach der Rückkehr aus dem Trainingslager in Österreich an der Grünwalder Straße sogar zu einer offenen Auseinandersetzung mit den Behörden kommen. Die "Löwen" beabsichtigen, trotz der Warnungen des Freistaats Bayern mit dem Logo des neuen Trikotsponsors betandwin auf der Brust zum offiziellen Fototermin aufzulaufen. Mit dem verkürzten neuen Schriftzug "bwin" auf dem Jersey soll den Behörden die rechtlichen Handhabe fehlen.

Doch dieses Gebaren will die Landesregierung nicht akzeptieren. "Das sind ganz billige Tricks. Private Sportwetten sind hierzulande illegal", sagte Michael Ziegler, Sprecher des bayerischen Innenministeriums von Günther Beckstein. Auf der Internetseite bwin.de entsteht zum 1. August ein neues Entertainment-Portal mit kostenlosen Online-Spielen, die auch in Bayern erlaubt sind.

1860-Geschäftsführer Stefan Ziffzer fürchtet zwar, dass das Kreisverwaltungsreferat der Stadt München heute versuchen könnte, die Trikots zu beschlagnahmen. Dennoch sieht er sich im Recht. "Ich gehe davon aus, dass es erlaubt ist, in Deutschland für ein Produkt zu werben, das in Sachsen legal ist", sagte Ziffzer. "Wenn jemand der Meinung ist, dass es verboten gehört, dann soll er auf die Internetseite von bwin gehen und mir einen Grund sagen." Die Fronten im Sponsorstreit bleiben verhärtet.

Erstligist Werder Bremen hat derweil einen Rückzieher gemacht. Der Vizemeister hat ebenfalls mit "betandwin" einen Sponsorvertrag abgeschlossen, bestritt seine jüngsten Testspiele aber auf Grund einer Unterlassungserklärung des Bremer Senats ohne Trikotwerbung. "Es ist allgemein bekannt, dass bei diesem Thema zwei unterschiedliche Rechtsauffassungen bestehen", sagt Marketingdirektor Manfred Müller. Werder strebt Widerspruch gegen die Unterlassungserklärung an.

Mit einem ähnlichen Schreiben rechnet man nun auch bei 1860. Für das Innenministerium ist der Fall nach einem Urteil des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs vom 10. Juli dagegen längst klar, wonach die Vermittlung von Sportwetten ohne behördliche Erlaubnis verboten ist. "Wer sich um keine seriösen Sponsoren kümmert, der wird die Folgen zu spüren bekommen", erklärte Ministeriums-Sprecher Ziegler.

Eines jedoch muss 1860 offenbar nicht befürchten: Dass der finanziell gebeutelte Traditionsverein ohne Trikotwerbung auf Geld verzichten muss. Laut Ziffzer sind die Sponsorenverträge "wasserdicht. Das Geld wird fließen." Nach Schätzungen lässt sich "betandwin" die Zusammenarbeit mit den "Löwen" 2,5 Millionen Euro im Jahr kosten, Werder Bremen soll rund 5,5 Millionen kassieren. FR

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