Betandwin AG prüft Klage in Millionenhöhe

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Für die Bundesländer und deren Behörden gibt es beim Thema private Sportwetten vor allem ein Feindbild. Die Bemühungen, den Anbietern privater Sportwetten das Leben schwer zu machen, richten sich vornehmlich gegen den Branchenführer Betandwin.

Der Streit treibt seltsame Blüten. Vor kurzem tauchte auf dem Trainingsgelände des Fußball-Zweitligisten 1860 München die Staatsanwaltschaft zur "Beweisaufnahme" auf. Sie wollte prüfen, ob auf den Trikots die Werbeschriftzug des Sponsors Betandwin prangte.

"Fußballvereine wie 1860 München werden massiv unter Druck gesetzt", sagt Marcus Meyer, Direktor von Betandwin, dem größten privaten deutschen Anbieter von Sportwetten. "In Bayern werden wir geradezu diffamiert. Es wird verlautbart, wir wären illegal und Verbrecher. Betandwin ist ein seit 15 Jahren lizenziertes Unternehmen."

Eigentlich paßt das Unternehmen gar nicht ins Beuteschema der staatlichen Aufseher. Laut Aussagen der meisten Juristen haben die Behörden nur das Recht, gegen private Anbieter ohne Lizenz vorzugehen. Insgesamt vier Unternehmen, darunter Betandwin, haben eine in der ehemaligen DDR erteilte Lizenz "Glücksspiele gegen Geld". "Diese wurde sowohl vom Bundesverfassungsgericht als auch vom Bundesverwaltungsgericht grundsätzlich nicht in Frage gestellt", erklärt Marcel Kaufmann, Experte für Glücksspielrecht bei der Kanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer.

Nun versuchen die Länder-Verantwortlichen ihr Glück über das Werbeverbot. Mit Hinweis auf die Gefahr von Spielsucht wollen sie die Werbemaßnahmen unterbinden, womit den Privaten die Grundlage für ihr Geschäft entzogen würde.

"Das Thema Spielsucht wird nur vorgeschoben, um letztlich fiskalische Interessen zu wahren. Das ist Heuchelei", sagt Marcus Meyer. Eine Öffnung des Marktes verspräche dem Staat zusätzliche Einnahmen, Arbeitsplätze und eine wirksame Kontrolle der Anbieter.

Die Bemühungen der Bundesländer, ein Werbeverbot durchzusetzen, haben indes einen Dämpfer erhalten. Das Bremer Verwaltungsgericht entschied, daß Bundesligist Werder Bremen mit seinem Hauptsponsor Betandwin auf den Trikots und darüber hinaus werben darf, weil sich das Unternehmen auf eine 1990 in der DDR erworbene Gewerbegenehmigung berufen kann.

Für Betandwin ist dieses Urteil nur eine geringe Entschädigung. Der Aktienkurs der Muttergesellschaft ist seit Mai um 72 Prozent eingebrochen. Das bedeutet einen Wertverlust von knapp 2,5 Mrd. Euro. Die Betandwin AG prüft nun rechtliche Schritte. Von einer möglichen Schadensersatzklage in Höhe von mehr als 500 Mio. Euro ist die Rede. "Nach unserer Kenntnis prüfen derzeit auch große institutionelle, amerikanische Anleger, eine Schadensersatzklage einzureichen", erklärt Meyer.

Betandwin kann wohl auf Unterstützung von Fußballclubs und TV-Sendern hoffen. Wenn die 57 Mio. Euro, die das Unternehmen im Jahr 2006 in Deutschland investiert, abgezogen werden, hinterläßt dies tiefe Spuren in Medien- und Sportlandschaft. Und deren Lobby ist freilich nicht zu unterschätzen.

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