Private rütteln am Lottomonopol

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Das Bundeskartellamt mahnt staatliche Anbieter ab. Diese müssen Einsätze von Spielvermittlungsunternehmen annehmen. Zudem wollen die Privaten ein stationäres Vertriebsnetz aufbauen - der Onlineumsatz ist noch sehr gering.

Nicht nur der Markt für Sportwetten, auch das Lottogeschäft in Deutschland steht vor einem grundlegenden Umbruch. Die jüngste Abmahnung des Bundeskartellamtes an die regionalen Lottogesellschaften sowie den Deutschen Lotto- und Totoblock (DLTB) wegen verschiedener Verstöße gegen das deutsche und europäische Kartellrecht könnte aus Sicht vieler Experten der Startschuss für eine langsame Liberalisierung des Marktes sein.

Denn nach dem Willen der Wettbewerbshüter soll es im Rahmen des staatlichen Monopols künftig auch Privatvermittlern möglich sein, nicht nur übers Internet oder durch Postversand, sondern auch stationär, etwa in Supermärkten oder Tankstellen, von Kunden Scheine anzunehmen und dafür Provision von den Lottogesellschaften zu kassieren.

Bislang geben die Spieler ihre Tippscheine vor allem in einer der rund 25.500 Annahmestellen ab, die von den Lotteriegesellschaften der 16 Bundesländer zugelassen sind. Nur wenige Tipper nutzen das Internet.

Es sei unzulässig, wenn der Lotto- und Totoblock seine Gesellschaften auffordere, keine Spieleinsätze aus solcher stationären Vermittlung anzunehmen, gab die Wettbewerbsbehörde Anfang Juni bekannt - zur Freude der privaten Anbieter wie Fluxx. Eine endgültige Entscheidung soll Anfang August fallen.

Derzeit baut Fluxx ein stationäres Vertriebsnetz auf. Dazu stellt das Unternehmen mit seinen Tochterfirmen Jaxx und Anybet Lottostationen in Supermärkten und Tankstellen auf, an denen die Kunden Lottoscheine kaufen können. Bis Ende 2007 will das im SDax notierte Unternehmen rund 2000 Geschäfte mit den nötigen Geräten ausstatten.

Onlinevertrieb versus Annahmestellen

Doch der DLTB, in dem sich die Lotteriegesellschaften der Länder zusammengeschlossen haben, läuft Sturm dagegen. "Das Kartellamt steht mit seiner Argumentation in klarem Widerspruch zu dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Thema Sportwetten. In diesem Urteil haben die Richter ausdrücklich betont, dass ein staatlicher Anbieter vor allem das Ziel der Spielsuchtprävention verfolgen muss", sagt Horst Mentrup, Geschäftsführer von Lotto Brandenburg, der federführenden Gesellschaft des DLTB.

Eine Ausweitung des Spielangebots - etwa durch aggressive Werbung oder zusätzliche Annahmestellen - sei von den Richtern als verfassungsrechtlich bedenklich bezeichnet worden. "Vor diesem Hintergrund kann es doch nicht richtig sein, dass das Bundeskartellamt nun die Lottogesellschaften zu einer Zusammenarbeit mit gewerblichen Spielvermittlern verpflichten will.

Diese Spielvermittler wollen ja gerade neue Annahmestellen in Supermärkten oder Tankstellen eröffnen und mit massiver Werbung ihre Umsätze ankurbeln", sagt Mentrup. Auch der Verband der Lotto-Toto-Annahmestellen in Bayern wehrt sich gegen die Konkurrenz. Die Existenz vieler kleiner Läden sei so gefährdet.

Doch die Zeit läuft für die privaten Anbieter: "Früher oder später wird sich der Lottomarkt fundamental ändern", sagt Jochen Reichert, Analyst bei SES Research. Der Onlinevertrieb werde immer bedeutender und verdränge langfristig den stationären Vertrieb. "Die Behinderungsstrategie gegen Fluxx hat offenbar den Grund, dass sich die Landeslottogesellschaften eigene neue Vertriebswege offen halten wollen", vermutet Reichert. FDT

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