Bwin hat sich verzockt

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Dass das zweite Quartal für den Internet-Wettanbieter schlecht wird, war keine Überraschung. Schließlich hatte Bwin schon im Juli vorgewarnt. Jetzt gab es nochmal eine verkappte Gewinnwarnung - und auch die Umsätze sehen schlecht aus.

Nicht nur, dass der Sportwetten- und Glücksspielanbieter im zwetien Quartal weniger einnahm als erwartet, er korrigierte auch seine Jahresprognose nach unten. Bei den so genannten Brutto-Gaming-Erträgen werde 2006 jetzt ein Anstieg auf rund 435 (2005: 144) Millionen Euro erwartet, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Wien mit. Bislang hatte Bwin einen Umsatz von mehr als 500 Millionen Euro in Aussicht gestellt.

Als Grund für den verschlechterten Ausblick verweist Bwin auf die unsichere Rechtslage in den USA und anderen Staaten sowie dem schwächer als erwartet ausgefallenen WM-Geschäft.

Die Halbjahresbilanz war in diesem Punkt ebenfalls eine Enttäuschung. Zur Jahresmitte lagen die Brutto-Wetterträge bei 191,6 Millionen Euro. Das ist zwar mehr als das Dreifache des Vorjahreswertes, der bei 60,6 Millionen lag. Doch hatten Analysten etwas mehr erwartet - nämlich 212,6 Millionen.

Aktie auf Talfahrt
Die Börse reagierte empfindlich, zu oft war der Wettanbieter in letzter Zeit mit negativen Nachrichten aufgefallen. Die Bwin-Aktie, die bis Juli noch als BetandWin firmierte, verlor zeitweise bis zu acht Prozent auf 27 Euro. Sie konnte sich dann aber wieder auf 30 Euro vorarbeiten und damit sogar wieder ins Plus retten.

Nach dem Lizenzentzug durch das deutsche Bundesland Sachsen waren die Titel bereits in der vergangenen Woche gehörig unter Druck geraten und bis auf 20 Euro gefallen. Bwin will sich zwar gegen das Urteil, das für ganz Deutschland gelten soll, wehren. Doch Analysten sehen in den rechtlichen Unsicherheiten einen großen Risikofaktor.

Der Konzessionsverlust hatte schon seit Wochen die Börse beunruhigt. Die Gewinnwarnung im Juli hatte für zusätzliche Einbußen gesorgt. Der Aktienkurs hat sich seit seinem Hoch im Mai bei 104 Euro mehr als gedrittelt. Anfang Juli war der Titel immer noch mehr als 60 Euro wert.

Verluste nicht ganz so hoch
Waren die schlechter als erwartet ausgefallenenen Umsätze in der Zwischenbilanz auch eine Enttäuschung, das Ergebnis war keine. Zur Jahresmitte lag das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) trotz immenser Marketing-Aufwendungen zur Fußball-WM bei "nur" minus 3,8 Millionen Euro. Experten hatten nach der Gewinnwarnung im Juli viel Schlimmeres befürchtet. Die von der österreichischen Nachrichtenagentur APA befragten Analysten hatten ein Minus von 13,3 Millionen prognostiziert.

Auf Quartalsbasis zeigt sich der WM-Effekt deutlicher: Das Ebitda lag im zweiten Quartal bei minus 18,6 Millionen Euro. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres stand noch ein Gewinn von 2,6 Millionen Euro in den Büchern, im ersten Quartal 2006 kamen sogar 14,8 Millionen zusammen.

Verkappte Gewinnwarnung
Dennoch bleibt Bwin dabei, im Gesamtjahr einen Gewinn zu erzielen. Offenbar soll es das zweite Halbjahr richten.

Auf Ebitda-Basis werden mindestens 40 Millionen Euro angepeilt nach 15,1 Millionen Euro im Vorjahr. Damit liege die Gewinnmarge bei 9,2 Prozent anstatt der bisher angepeilten Marke von zehn Prozent.

Wagnis oder Gewinn?
Auf Marketingebene lässt sich Bwin jedenfalls einiges einfallen, um das Image auf Gewinn zu trimmen. Nicht nur, dass man auf den Trikots von Werder Bremen und dem Zweitligisten TSV 1860 München mit der Aufschrift "we win!" warb.

Auch die Umbenennung von "BetandWin" in "Bwin" zum 1. August geht in die gleiche Richtung. Mit der kurzen neuen Marke wollte man die Assoziation "be a winner" herbeiführen. Dagegen sei das Wort "bet" im bisherigen Markennamen von vielen als negativ empfunden worden. Für Aktionäre dürfte es aber im Moment die Realität besser wiederspiegeln – die Bwin-Aktie bleibt eher eine Wette als ein sicherer Sieger. ARD

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