Glücksspielanbieter im Goldrausch

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Hamburgs Glücksspielanbieter jubeln: In Zukunft dürfen Lottoscheine auch in privaten Annahmestellen abgegeben werden, zum Beispiel in Supermärkten, Tankstellen, Drogerien. Den Weg dafür bahnte gestern das Bundeskartellamt. In einer "sofort vollziehbaren Entscheidung" schaffte es die Grundlage dafür, dass private Lottovermittler ab sofort viele neue Annahmestellen für staatliche Lotterien wie 6 aus 49, Spiel 77 oder Oddset eröffnen können. Gleichzeitig verboten die Kartellwächter den Landes-Lottogesellschaften, den Markt weiterhin unter sich aufzuteilen.

Von der Entscheidung profitieren viele Hamburger Anbieter. "Jetzt gibt es eine einwandfreie rechtliche Grundlage", sagte Rainer Jacken, Vorstand der Fluxx AG der WELT. Es sei nun viel leichter, in Filialen von Supermärkten und Tankstellen Terminals zum Lottospielen aufzustellen. Seit Ende der neunziger Jahre vermittelt die in Altenholz bei Kiel ansässige Fluxx AG Glücksspiele in Deutschland. Bis Ende 2007 wollen die Kieler in 2000 Supermärkten und Tankstellen Automaten einrichten. Dort können die Kunden dann an den Kassen oder eigens aufgestellten Automaten tippen.

"Jetzt können wir unseren Roll-out mit Vollgas vorantreiben", freute sich gestern Jacken. An 160 Lottostationen in Schleswig-Holstein testen sie ihr Programm bereits. Als Vertragspartner hat Fluxx inzwischen Schlecker, Edeka, Netto, die Oil-Tankstellen und Kaiser's Tengelmann angeworben.

Auch der Hamburger Anbieter Tipp 24 profitiert, wenn auch nur indirekt. "Wir haben jetzt größere Rechtssicherheit", sagte Vorstand Jens Schuhmann der WELT. Doch auch der Gewinn der privaten Anbieter könnte künftig kräftig steigen. Grund ist die Provision - bisher durften die Firmen nur neun bis zwölf Prozent nehmen, diese künstliche Grenze fällt jetzt weg. Und es gibt noch zwei Gewinner des Kartellamtsbeschlusses: Hamburg und Bremen. Künftig ist jedes Land für sein eigenes Lottogeschäft verantwortlich. "Bisher führt Hamburg den Großteil seiner Einnahmen an den Bund ab", sagt Martin Bahr, Rechtsanwalt in Hamburg und Spezialist für Glücksspielrecht. Jährlich geben die Hamburger rund 200 Millionen Euro für ihren Lottotippschein aus. Der Großteil davon fließt in den bundesweiten Lottotopf, das Geld wird je nach Größe der Länder anschließend wieder verteilt. Bisher bekommt die Hansestadt kaum Geld zurück. Das wird sich nun ändern.

Experten vermuten, dass die Entscheidung des Kartellamtes auch Auswirkungen auf die Liberalisierung des Marktes für Sportwetten haben wird. Schon im Mai haben die Bonner den Lottogesellschaften eine Abmahnung geschickt: Die Staatsbetriebe sollen mit den privaten Wettfirmen kooperieren.

In Hamburg ist der Markt groß. "Zwischen 200 und 300 werden es wohl sein", sagt Rechtsanwalt Martin Bahr. "Genau lässt sich das schwer sagen, viele dieser kleinen Büros gibt es nur wenige Wochen." Die privaten Büros sind beliebt, denn sie bieten bessere Quoten. Doch bisher bewegen sie sich am Rand der Legalität, Sportwetten sind verboten. Eine Ausnahme bilden Pferdewetten.

Viele Länder, darunter auch Hamburg, kündigten an, die Büros rasch zu schließen. Doch das Bundeskartellamt sieht das anders. In seinem Beschluss erklärte es, dass die stationäre gewerbliche Spielvermittlung den Spieltrieb "fördern oder gar kräftig anheizen" werde. Wer spielen wolle, habe dazu bereits heute vielerlei Gelegenheit.

Die Lottogesellschaften befürchteten lediglich, dass mit der Errichtung stationärer Vermittlungsstellen Spieler von den bisherigen Annahmestellen zu den Vermittlungsstellen der gewerblichen Spielvermittler wechseln würden. Das aber sei Wettbewerb, der nicht verhindert werden dürfe.welt

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