Täuschung oder nicht?

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Knackpunkt des Verfahrens um den ehemaligen Schiedsrichter Robert Hoyzer ist die Frage, ob eine sogenannte "tatbestandliche (konkludente) Täuschung" vorliegt. Nach Ansicht der Berliner Richter hatte Ante Sapina mit dem Kauf jedes Wettscheines dem Wettbüro unausgesprochen versichert, keine Manipulation im Schilde zu führen. Diese Ansicht bestätigt ein BGH-Urteil von 1979, als der 3. Strafsenat im Fall der Bestechung von Jockeys beim Pferderennen in diesem Sinne urteilte.

Demgegenüber war 1961 ein Zocker vom 5. BGH-Strafsenat freigesprochen worden, obwohl er nach einem schnellen Anruf in Frankreich schon vor dem Betreten des Wettbüros wusste, wer in Paris ein Pferderennen gewann, und dadurch den sicheren Sieger wettete. Dies sei in diesem Falle kein Betrug gewesen.

Sapina, sein Helfer Hoyzer und die anderen Angeklagten hätten, so lautete ein Freispruch-Argument, zwar getrickst, aber mit dem Kauf der Wettscheine trotzdem hohes Risiko nebst unsicherem Ausgang in Kauf genommen. Hoyzer hätte mit seinem Handeln lediglich Sapinas Gewinnchance verbessert. Immerhin war Sapina nur in vier der zehn ihm vorgeworfenen Fälle erfolgreich. Er hatte beim von Hoyzer verpfiffenen Pokalspiel zwischen dem SC Paderborn und dem Hamburger SV zwar fast 750 000 Euro gewonnen, bei nicht geglückten Manipulationen wie im Fall Unterhaching gegen Saarbrücken (Haching verschoss einen von Hoyzer verhängten Elfmeter) aber auch sehr hohe Beträge verloren. Der Oberstaatsanwalt forderte den Sportwetten-Anbieter Oddset auf, seine allgemeinen Geschäftsbedingungen nochmals zu überprüfen. Hätte sich der Spieler mit dem Kauf des Wettscheines verpflichtet, keine Manipulation zu begehen, wäre der Betrug im vorliegenden Fall unstrittig gewesen. abendblatt

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