Die Öffnung des Marktes wird kommen

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Die Sportwetten-Zeitung im Interview mit Jan Pommer, Sprecher des Bündnisses gegen das Wett-Monopol und Geschäftsführer der Deutschen Basketball Bundesliga und Magnus von Zitzewitz, Vorstand des privaten Sportwetten-Anbieters Bet 3000 AG

Das "Bündnis gegen das Wett-Monopol" ist eine Initiative aus Verbänden, Unternehmen, Vereinen und Medien, die sich für eine regulierte Öffnung des deutschen Glücksspielmarktes einsetzt. Mit einer breiten Kampagne richten sich die Bündnispartner gleichermaßen an Politik und Öffentlichkeit, um die Nachteile des staatlichen Wett-Monopols für Sport, Medien und Bürger zu verdeutlichen. Die Kampagne, die Ende Oktober startete, erfreut sich einer großen Resonanz, was der Zugriff von 57.000 Interessierten der Homepage www.kein-monopol.de bestätigt.

Die Sportwetten-Zeitung sprach mit Jan Pommer, Sprecher des Bündnisses gegen das Wett-Monopol und Geschäftsführer der Deutschen Basketball Bundesliga und Magnus von Zitzewitz, Vorstand des privaten Sportwetten-Anbieters Bet 3000 AG, über Ziele, Erfolge und Visionen dieser Initiative.

Sportwetten-Zeitung: Das Bündnis gegen das Wett-Monopol setzt sich für eine regulierte Öffnung des deutschen Glücksspielmarktes für private Anbieter ein. Wie könnte dieser Markt strukturiert sein?

J. Pommer: Eine sinnvolle und denkbare Lösung wäre die Vergabe von staatlichen Lizenzen an private Anbieter. Die Vergabe wäre an gemeinsam festgelegte Standards für den Verbraucherschutz, die Entrichtung von Steuern, die Förderung des Breitensports und die Prävention von Spielsucht gebunden. Damit werden der Wettbewerb sowie ein spannendes Angebot privater und staatlicher Anbieter gewährleistet, während für die Verbraucher Transparenz und Seriosität der Anbieter und des Spiels gesichert werden. Aus unserer Sicht wäre dies die beste Lösung der momentanen Situation.

M. v. Zitzewitz: Als privates Unternehmen scheuen wir den Wettbewerb in einem „dualen System“ nicht. Eine regulierte Öffnung des Marktes mit der Vergabe von Konzessionen ist für uns die einzig sinnvolle Lösung. Wir sprechen daher mit den Landesregierungen und auch mit unseren Wettbewerbern, um eine für alle Beteiligte vernünftige Lösung zu finden. Unsere Kunden erwarten ein hervorragendes Angebot und gute Unterhaltung, dies sollten wir Ihnen auch in Zukunft bieten können und dürfen. Es ist dabei für uns als einem der führenden Anbieter auf dem deutschen Markt selbstverständlich, dass Verbraucherschutz und Suchtprävention umgesetzt werden müssen.

Sportwetten-Zeitung: Erwarten Sie in absehbarer Zeit eine Öffnung des Marktes?

J. Pommer: Die Öffnung des Marktes wird kommen, so oder so. Es liegt jetzt an den Ländern, Kompromissbereitschaft zu zeigen und eine juristische Auseinandersetzung mit der EU oder dem Bundeskartellamt zu verhindern. Es liegt in den Händen der Landesregierungen, die drohenden Konsequenzen einer versuchten Aufrechterhaltung des Monopols – Arbeitsplätze müssten abgebaut werden, Unterstützung für Vereine und Verbände würden ohne Möglichkeit der Kompensation wegfallen – zu verhindern.

M. v. Zitzewitz: Wir hoffen nach wie vor darauf, dass sich die Länder für den einzig sinnvollen Weg der kontrollierten Öffnung entscheiden.
Wenn sie sich auf keine Öffnung des Marktes einigen können, dann wird es über kurz oder lang gar keine Angebote mehr geben, auch nicht von staatlicher Seite. Die Kunden werden sich Anbietern im Ausland, dem Grau- oder Schwarzmarkt zuwenden; in Bayern blüht bereits jetzt die „Wettannahme unter dem Tresen“. Damit verlieren nicht nur wir, sondern auch die Länder. Verbraucherschutz und Prävention können dann gar nicht mehr gewährleistet werden. Ein spannendes Angebot und interessante Quoten wären dann eine schöne aber traurige Erinnerung. Ohne Öffnung des Marktes stehen wir am Ende alle mit leeren Händen da, wir, unsere Kunden und die Länder.

Sportwetten-Zeitung: Die Länder verstoßen nach Ihrer Überzeugung gegen europäisches Recht. Europäisches Recht sollte eigentlich über nationalem Recht stehen. Warum ist es in diesem Fall anders?

M. v. Zitzewitz: Die Landesregierungen versuchen mit aller Gewalt, an einem völlig überholten staatlichen Monopol festzuhalten. Das Ziel ist, die Einnahmen aus dem staatlichen Glücksspiel-Monopol sowie viele schöne Posten bei den Lotteriegesellschaften für verdiente Politiker so lange wie möglich zu sichern. Im Zweifel tolerieren Landesregierungen sogar den Verstoß gegen europäisches Recht, um Zeit zu gewinnen, da eine Klage vor dem EuGH bis zu zwei Jahre dauern kann. Bis dahin ist der private Markt unwiderruflich ausgelöscht.

J. Pommer: Auch aus Sicht des Bündnisses ist es nur schwer zu erklären, warum einige der Länder in dieser Frage mit aller Macht an einem überholten Modell festhalten. Es mutet ein wenig an wie ein Kampf gegen Windmühlen. Dabei könnte es für alle Beteiligten – für die Länder, den Sport, die Wettanbieter und natürlich die Wettenden – eine wesentlich bessere Lösung geben.

Sportwetten-Zeitung: Kann das Bündnis gegen das Wett-Monopol kommende politische Entscheidungen beeinflussen?

J. Pommer: Wir möchten zeigen, dass es sehr gute Argumente gegen ein staatliches Wett-Monopol gibt. Die Tatsache, dass immer mehr Menschen sich an der Diskussion auf unserer Website www.kein-monopol.de beteiligen und sich dort mit deutlicher Mehrheit gegen das staatliche Monopol aussprechen sollte allerdings auch für die Politik ein Zeichen sein. Wir würden uns freuen, wenn wir die Politik zum Umdenken anregen können. Mit der vorliegenden Lösung wird es nur Verlierer geben.

M. v. Zitzewitz: Die Argumente liegen doch auf der Hand. Unser größtes Problem ist die Unwissenheit der gesamten Politik über die rechtlichen Voraussetzungen und die Konsequenzen eines EU-konformen Monopols, vom Landtagsabgeordneten bis zu den Ministerpräsidenten. Viele wissen z.B. noch nicht einmal, dass 90% der Spielsuchtfälle Folge von Automaten und Casinos sind. Oder, dass sich eine Expertenkommission der Länder, die 2005 von den Ministerpräsidenten selbst beauftragt wurde, im Februar eindeutig für eine Konzessionierung privater Wettanbieter ausgesprochen hat. Daher ist Aufklärung über die Fakten die derzeit wichtigste Aufgabe.

Sportwetten-Zeitung: Die Berichterstattung in den Medien zum Wettmonopol war zunächst sehr monopollastig. Jetzt rücken jedoch immer mehr Medien von der einseitigen Berichterstattung ab und fordern die Liberalisierung. Können Sie auch in der breiten Öffentlichkeit Tendenzen ausmachen?

M. v. Zitzewitz: Oh ja, das Feedback unserer Kunden ist extrem positiv. Sie wollen sich nicht vom Staat gängeln lassen und dort wetten, wo sie die besten Angebote finden, und nicht wo es ihnen der Staat vorschreibt.

J. Pommer: Ja, definitiv. Sie müssen sich nur unsere Website anschauen. Wir erhalten ein außerordentlich positives Feedback auf unsere Kampagne. Die Menschen wollen spannende und faire Wetten, sie wollen spielen. Ein staatliches Monopol auf Spiele allerdings will niemand.

Sportwetten-Zeitung: Namhafte Partner wie Premiere, Eurosport, Kicker, Werder Bremen, VfB Stuttgart usw. haben sich dem Bündnis bereits angeschlossen. Erwarten Sie weitere Solidarisierung?

J. Pommer: Wir erwarten keine weitere Solidarisierung, wir erfahren sie! Viele kleinere Unternehmen aus den unterschiedlichsten Bereichen möchten das Bündnis gegen das Wett-Monopol unterstützen. Für einige von ihnen steht nicht weniger als ihre Existenz auf dem Spiel. Auch dies muss den Regierungen der Länder bewusst sein, mit dem Beharren auf ein staatliches Monopol werden sichere Arbeitsplätze gefährdet.

M. v. Zitzewitz: Als Partner auf Unternehmensseite, als Anbieter, freuen wir uns, dass das Bündnis solch eine positive Resonanz bei den Beteiligten und Betroffenen erfahren hat. Ich denke, dass sich uns mit Sicherheit noch einige prominente Vertreter anschließen werden. Schließlich geht es um die richtige Sache!

Sportwetten-Zeitung: Ihre Kampagne wurde Ende Oktober ins Leben gerufen. Wa

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