Einbruch der Lottogewinne

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<b>Einbruch der Lottogewinne: 1,5 Millionen weniger für den HSB?</b>

In den vergangenen Wochen fanden Tausende Hamburger Haushalte Lotto-Tippscheine in ihren Briefkästen. Die Mailing-Aktion hatte die stadteigene Nordwest Lotto und Toto Hamburg gestartet, um ihren Internetkunden den beschwerlichen Weg vom Mausklick zum Kugelschreiber zu ebnen.

In den vergangenen Wochen fanden Tausende Hamburger Haushalte Lotto-Tippscheine in ihren Briefkästen. Die Mailing-Aktion hatte die stadteigene Nordwest Lotto und Toto Hamburg gestartet, um ihren Internetkunden den beschwerlichen Weg vom Mausklick zum Kugelschreiber zu ebnen.

Auf den massenweisen Rücklauf der Hauspost hofft auch der organisierte Sport, profitiert er doch bislang prozentual von den Überschüssen des staatlichen Glücksspiels. Gehen die Erträge wie erwartet erneut zurück, bleibt weit weniger Geld für den Sportbetrieb übrig. Dieses Szenarium droht jetzt dem Hamburger Sportbund (HSB). Nach Abendblatt-Informationen hat Nordwest Lotto und Toto Hamburg für das Jahr 2007 vorsichtshalber eine drastische Gewinnwarnung an die Finanzbehörde herausgegeben. Die Gründe des mutmaßlichen Einbruchs: massiv eingeschränkte Werbemöglichkeiten, keine Internetnutzung und vor allem eine unklare Rechtssituation.

Kann die Stadt in diesem Jahr aus ihrer Lotterie noch 42 bis 43 Millionen Euro in ihren Haushalt einstellen (2005: 45 Millionen), würde die Überweisungen nach den vorliegenden "Worst-Case"-Schätzungen im nächsten Jahr um zehn bis zwölf Millionen Euro geringer ausfallen.

Der HSB erhält aufgrund einer jahrzehntelangen Vereinbarung mit der Stadt 15 Prozent dieser Überschüsse zur Finanzierung seiner sportlichen und sozialpolitischen Aufgaben. 2006 wird sich die Summe auf rund 6,4 Millionen Euro belaufen. Das sind etwa 70 Prozent des Verbandsetats.

Bewahrheiten sich die Befürchtungen, muss der HSB 2007 mit weiteren rund 1,5 Millionen Euro weniger auskommen, mit jenem Betrag, der dem Sportbund vor 20 Jahren zur Verfügung stand. Das sind zudem 3,8 Millionen Euro weniger als im Rekordjahr 2002. Die Handlungsfähigkeit des HSB würde damit erheblich eingeschränkt. Präsident Günter Ploß, seit Juni 2005 im Amt, wollte sich zu den Zahlen nicht äußern: "Zu Spekulationen nehmen wir keine Stellung."

Siegfried Spies, Geschäftsführer der Nordwest Lotto und Toto Hamburg, warnt wiederum, die Lage frühzeitig zu dramatisieren. "Wegen der unsicheren Situation, was uns der Gesetzgeber künftig gestatten wird und was nicht, sind wir Monopolist oder Wettbewerber, mussten wir die zu erwartenden Erlöse für 2007 sehr vorsichtig kalkulieren. Wir sind jedoch in alle Richtungen gut aufgestellt, um unseren Auftrag auszufüllen. Das Ergebnis am Ende des nächsten Jahres kann erheblich besser ausfallen, als wir es jetzt vorausberechnen mussten", sagte Spies dem Abendblatt.

Im Zuge der Diskussionen um einen neuen Staatsvertrag für das Glücksspielwesen hatten die Bundesländer die Internetplattformen ihrer Lotteriegesellschaften vorsorglich stillgelegt und die Werbung für ihre Spielangebote drastisch reduziert. Ursache der Selbstbeschränkungen ist ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom März, das den Staat auffordert, die Gefahren der Spielsucht zu bekämpfen. Die gesetzlichen Folgen wollen die 16 Ministerpräsidenten am 13. Dezember in Berlin abschließend beraten. Angedacht ist ein Staatsvertrag, der das staatliche Glücksspielmonopol gegen private Anbieter bis 2010 festschreibt.

Um die Abhängigkeit von den schwankenden Lotterieeinnahmen zu beenden, fordert der HSB seit zwei Jahren mehr Planungssicherheit auf der Einnahmeseite. Die Stadt solle ihre jährlichen Zuwendungen an den Sportbund im Rahmen eines Sportfördergesetzes fixieren. In Baden-Württemberg ist dies geschehen. In Hamburg steht eine Vereinbarung aus, obwohl die regierende CDU schon 2004 ein Sportfördergesetz angekündigt hatte. Bisher liegt der Bürgerschaft kein Entwurf vor. Der mögliche Ertragseinbruch bei Lotto und Toto dürfte nun zum Handeln zwingen.

Quelle: <a href='http://www.abendblatt.de/daten/2006/12/04/647742.html' target='_blank'>www.abendblatt.de/daten/2006/12/04/647742.html</a>

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