Zank um Konzession

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Die Kanzlei von Dieter Böhmdorfer hat eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft gegen Bwin eingebracht

Wien – In der Anzeige, die dem Standard vorliegt und der Staatsanwaltschaft Wien zugegangen ist, wird dem Wettanbieter Bwin vorgeworfen, illegal Glücksspiel in Österreich zu betreiben. "Die Angezeigten bieten online ex Wien konzessionspflichtige Glücksspiele an, behaupten aber, keine Geschäftstätigkeit in Österreich auszuüben. Sie berufen sich auf eine Glücksspielkonzession, die ihnen in Gibraltar zuerkannt worden ist und die (fehlende) österreichische Konzession ersetzen soll." Die anzeigende Partei ist Omnia Communication- Centers GmbH, deren Gesellschafter Profi PR-Public Relations & Lobbying GmbH und Geschäftsführer Wilfried Goll sind. Böhmdorfer hatte vor der Anzeige im Oktober bereits eine Sachverhaltsdarstellung an das Bundeskriminalamt geschickt.

Gibraltar – oder Wien

In dem Schriftsatz wird argumentiert, dass es es sich bei der gibraltesischen Firma Bwin International um eine Off-Shore-Firma handle und nach Auskunft der Creditreform die Geschäfte dieser Firma außerhalb Gibraltars geführt werden müssen. Auf der Homepage von Bwin werde im Gegensatz dazu ausgeführt, dass das gesamte operative Geschäft von Gibraltar aus geführt werde. Als Indizien für eine Geschäftstätigkeit in Österreich wird angegeben, dass die Supportnummern der Website www.bwin.at und www.bwin.com eine österreichische Vorwahl haben.

Weiteres Argument: "Die Server, von denen aus die Sportwetten und Hasard-Glücksspiele (Casinospiele und Pokerspiele) angeboten werden, stehen in Wien." Als weiterer Beweis wird in dem Schriftsatz angeführt, dass "zumindest eines der Hauptkonten der Bwin Interactive Entertainment AG und der Bwin International Ltd bei der Hypo Landesbank – Vorarlberg geführt". Über dieses Konto werden "viele Banküberweisungen weltweit angefordert".

Hauptsitz in Wien

Weiters wird argumentiert, dass der Hauptsitz des Bwin-Konzerns Wien sei. "An diesem Standort werden nahezu 300 bis 400 Mitarbeiter beschäftigt und von Wien aus werden sämtliche Geschäfte abgewickelt." Ein weiteres zentrales Argument, auf dem die Anzeige fußt: Dass Bwin versuche, "ihre in Österreich bestehende Körperschaftssteuer- und Umsatzsteuerpflicht zu umgehen". Aufgrund der im Jahresbericht 2005 vorgelegten Umsätze errechnete die Kanzlei Böhmerdorfer eine Umsatzsteuer von "rund 9,570.000,00, welche dem österreichischen Fiskus zukommen sollte". Bwin-Vorstandschef Norbert Teufelberger hatte in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview im Standard auf die Frage, ob er schon eine Klage der Kanzlei Böhmdorfer bekommen habe, gesagt, er rechne damit, dass etwas kommen werde. "Solche Vorwürfe in den Raum zu stellen sind lächerlich." Ein "steueroptimaler Standort" sei legitim.

Mehr als 20 Kernmärkte

Die Bwin Gruppe, mit über zehn Millionen registrierten Kunden, ist in mehr als 20 Kernmärkten tätig. Angeboten werden Sportwetten, Poker, Casinospiele, Soft-Games und Geschicklichkeitsspiele.Die Konzernmutter Bwin Interactive Entertainment AG notiert seit März 2000 an der Wiener Börse. Dieter Böhmdorfer hat eine Sachverhaltsdarstellung an das Bundeskriminalamt geschickt und nun auch die Staatsanwaltschaft über seine juristischen Bedenken informiert.
(Alexandra Föderl-Schmid, DER STANDARD, Print-Ausgabe

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