bwin und die Zukunft

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BE: Herr Bodner, gegenüber eGamingReview sprachen Sie unlängst davon, dass Sie in den kommenden zwei Jahren alles, nur nicht CEO einer staatlichen Lotterie sein wollen. Sind Sie sich Ihrer Sache mit bwin so sicher?

Manfred Bodner: Ja, weil ich bei bwin, beim Marktführer in Europa im Bereich Online-Gaming-Entertainment, bin. bwin verfügt über hochqualifizierte und motivierte Mitarbeiter sowie mehr als 1,8 Mio. aktive Echtgeld-Kunden. Freilich, die rechtliche Situation ist schwer vorherzusehen, die letzten Signale aus Brüssel stimmen mich aber zuversichtlich.

BE: Lassen wir 2006 noch einmal Revue passieren - was ist denn das Positive, das übergeblieben ist?

Bodner: Die WM-Kampagne sowie das Rebranding waren sehr erfolgreich. Die Unterstützung der Mitarbeiter sowie des Aufsichtsrats auch in schwierigen Zeiten hat uns bestärkt, auf dem richtigen Weg zu sein.

BE: Ein Blick nach vorne: Welche Strategien wählen Sie für die "neuen Märkte" wie Südamerika oder China. Welche Marketingstrategien fahren Sie, wie wird das rechtliche Risiko gemanagt?

Norbert Teufelberger: Wir fokussieren auf den EU- und EFTA-Raum sowie Märkte, deren Rahmenbedingungen sowohl lizenzrechtlich als auch steuerlich eindeutig geregelt sind. Wie bereits im Herbst des Vorjahres kommuniziert, wird die aggressive Wachstumsstrategie zugunsten einer profitablen, verstärkt Cash-Flow generierenden Unternehmensentwicklung abgeändert. Dabei konzentriert sich bwin technologisch auf die Kernprodukte Sportwetten und Poker.

BE: Was uns alle interessiert: Wieviel Prozent der bei der Fussball-WM 2006 neu gewonnenen Wettkunden sind nach wie vor aktiv?

Bodner: Ein Grossteil der WM-Kunden ist noch aktiv. Exklusive bwin Games AB (ehemalig Ongame) wurden z.B. rund 20 Prozent der gesamten Brutto-Gaming-Erträge im 3. Quartal 2006 von Kunden erzielt, die im 2. Quartal erstmalig aktiv waren.

BE: Wann käme für Sie eine strategische Partnerschaft mit einem Branchenkollegen in Frage?

Teufelberger: Wir haben die langfristige Entwicklung des Unternehmens im Auge. Wenn ein strategischer Partner dabei förderlich ist, kann eine solche Partnerschaft sinnvoll sein. Derzeit ist so etwas aber nicht aktuell.

BE: 888, Ladbrokes, Party, Sportingbet, Betfair? Wären Sie ein Investmentbanker: Wer würde am besten zu bwin passen?

Teufelberger: Wir sind der Marktführer unserer Branche in Europa und sind nicht auf einen Partner angewiesen - daher müssen Sie diese Frage an einen Investmentbanker stellen.

BE: Können Sie sich auch wieder die Beteiligung eines Finanzinvestors vorstellen?

Teufelberger: Wir sind börsenotiert und stehen daher allen Investoren offen.

BE: Und was sind Ihre Pläne mit betbull?

Teufelberger: betbull ist eine reine Finanzbeteiligung, mit deren operativer Entwicklung wir zufrieden sind. Wir freuen uns, dass betbull in Italien Lizenzen erworben hat, in Spanien einen starken Partner fand und nach wie vor in Deutschland gut positioniert ist.

BE: Sehen Sie sich derzeit nach weiteren Akquisitionen um?

Teufelberger: Dieses Thema steht derzeit nicht im Fokus, wobei wir unser Marktumfeld immer aktiv beobachten.

BE: Warum ist die Gesellschaftswette nicht zu einem wichtigeren Thema geworden? Man fand bei Ihnen (und anderen) z.B. nichts zur Regierungsbildung ...

Bodner: Wir verstehen uns als Sportwettanbieter. Gesellschaftswetten spielen bei uns kaum eine Rolle.

BE: Unter welchen Voraussetzungen glauben Sie, dass Sie am Markt wieder grössere Summen Geld aufnehmen könnten?

Teufelberger: Wir sind gut finanziert und sehen daher keinen Grund derzeit am Markt Kapital aufzunehmen.

BE: Ad Ongame: Können Sie schon etwas zur restlichen Kaufpreiszahlung sagen? Es gab ja einige Kriterien, die erfüllt werden mussten. Wie sieht es da aus?

Teufelberger: Es sind noch 15 % des ursprünglichen Kaufpreises von 512 Mio. Euro offen. Die Zahlung hängt vom Erreichen bestimmter Umsatzgrössen für das Jahr 2006 bei Ongame ab. Es ist noch zu früh hier Aussagen zu treffen, da das Geschäftsjahr 2006 noch nicht abschliessend bilanziert und geprüft ist.

BE: Besteht nach wie vor Interesse am Lotterien-Anteil der Bawag?

Teufelberger: Dies könnte durchaus für uns interessant sein, wobei die Casinos Austria anscheinend ein Vorkaufsrecht hat. Ansehen werden wir uns den etwaigen Verkaufsprozess auf jeden Fall.

BE: Sind Sie in Kitzbühel wieder grösser dabei? Auf der CA IB Roadshow bzw. mit bwin-Einbindung bei den Hahnenkammrennen selbst?

Teufelberger: Wir sind bei der Investorenkonferenz der CA-IB dabei.

Bodner: Aufgrund der Einschränkungen beim Marketingbudget treten wir diesmal beim Hahnenkammrennen weniger stark in Erscheinung.

BE: Wo sehen Sie das Unternehmen am Ende des Jahres? Dabei meine ich nicht den Aktienkurs ...
Teufelberger: Wir sind zuversichtlich, unsere Ziele, wie beispielsweise eine profitable, verstärkt Cash-Flow generierende Unternehmensentwicklung, umzusetzen.

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