"Crackdown" gegen Online-Glücksspiel II

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Die US-Finanzbehörden haben den kompletten Finanz- und Schriftverkehr zwischen 16 internationalen Investmentbanken und Online-Glückspielanbietern beschlagnahmt. Der US-Fiskus ist hinter den entgangenen Steuern von Offshore-Anbietern wie bwin her.

E-Mails, Telefonate

Nach der spektakulären Verhaftungswelle von Managern aus dem Online-Glückspielbranche in den USA und Frankreich im vergangenen Herbst läuft bereits eine neue Offensive der beteiligten Regierungen. Wie nun aus Londoner Bankenkreisen bekannt wurde, hat die US-Regierung bereits vor drei Wochen so genannte Supoenas [einstweilige Verfügungen] gegen insgesamt 16 internationale Finanzinstitute erlassen. HSBC, Dresdner Kleinwort, Credit Suisse, Deutsche Bank und andere müssen ihren kompletten Finanz- und Schriftverkehr inklusive E-Mails und mitgeschnittenen Telefonaten mit den Online-Glückspielanbietern an die US-Finanzfahnder übergeben.

Das US-Engagement von bwin

An betroffenen Wettanbietern wurden in den britischen Medien bis jetzt zwar nur die britischen Firmen 888 Holdings and Partygaming als Beispiele angeführt. Es ist aber davon auszugehen, dass diese Verfügungen alle Unternehmen betreffen, die in den USA bis zur Gesetzesänderung Online-Glückspiele angeboten haben. Erst im Frühjahr 2006 war bwin mit der Übernahme der auf Internet-Poker spezialisierten Ongame in den US-Glücksspielmarkt eingestiegen. Die Firma hatte im zweiten Quartal 2006 einen Bruttoertrag von 29 Millionen Euro erzielt, rund 20 Mio. Euro davon in den USA.

Die Vorgehensweise...

Ein halbes Jahr danach unterzeichnete US-Präsident George W. Bush ein Gesetz, das es amerikanischen Banken und Kreditkartenfirmen verbietet, Geld an Betreiber von Online-Glücksspielen zu überweisen. Außerdem gesetzlich vorgesehen: Hohe Strafen gegen die Betreiber.

... der Finanzverkehr...

Die Beschlagnahme des gesamten Geschäftsverkehrs der Glücksspielanbieter mit ihren Investmentsbanken zielt genau in dieselbe Richtung. Die US-Steuerbehörde untersucht nun ganz offensichtlich den gesamten Finanzverkehr der betroffenen Firmen sowie die genauen Umstände der zahlreichen Firmenübernahmen in der Wett- und Glückspielbranche.

...und die Investment-Banken

Aus diesem Grund sind es auch mehrheitlich Investment-Banken, die von den Einstweiligen Verfügungen betroffen sind. All das verheißt nichts Gutes für die österreichische bwin, denn es ist allzu offensichtlich, dass sich der amerikanische Fiskus entgangene Steuergelder zurückholen will. Die konzertierte Aktion der G7-Staaten USA, Deutschland und Frankreich gegen das Offshore ansässige Online-Glücksspiel geht in die nächste Runde. Wenn man die Timeline der konzertierten Aktionen seit Mitte Juli 2006 ansieht, dann müsste eigentlich bald wieder Frankreich am Zuge sein.

In Wien, in Gibraltar

Mitte Dezember wurde gegen den heimischen Online-Glücksspielanbieter bwin auch bei der Staatsanwaltschaft Wien eine Anzeige eingebracht. Bwin biete online aus Wien konzessionspflichtige Glücksspiele an, behaupte aber, keine Geschäftstätigkeit in Österreich auszuüben, heißt es darin. Dem österreichischen Fiskus seien fast zehn Millionen Euro an Körperschaftssteuer entgangen, hieß es in der Anzeige. Bwin bezeichnete die Anzeige als "völlig haltlos". Orf

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