Spielclubs: Gericht ermittelt

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Ein internes Dokument der Polizei liefert den Beweis: In allen kontrollierten Privatcasinos in Salzburg wird illegal gespielt. Nun hagelt es Anzeigen.

CHRISTIAN resch SALZBURG-STADT (SN).
Lange Zeit war die halblegale Glücksspielszene in Salzburg eine Grauzone. Polizei und Magistrat hatten Vermutungen und Verdachtsmomente in Richtung illegales Glücksspiel und Finanzbetrug, daneben kursierten wilde Spekulationen. Doch was hinter den grell beleuchteten Fassaden der Poker- und Automatencasinos wirklich passierte, wusste niemand ganz genau.

Doch jetzt hat sich die Lage verändert: Ein von der Polizei in Auftrag gegebenes Expertengutachten brachte ein überdeutliches Ergebnis. In allen sieben stichprobenartig kontrollierten Lokalen fand eindeutig verbotenes Glücksspiel statt, kein einziger Betreiber war "sauber".

Der Gutachter, ein steirischer Glücksspielexperte, beobachtete auf seinen nächtlichen Ausflügen verschiedene Formen des verbotenen Spiels um Geld: "Two Aces" und "Tropical Stud Poker" heißen die Zocker-Varianten, "Eurolet 24" und "Texas Hold 'em". Daneben fielen, so der Bericht, vor allem "Slot Machines", also Abarten der "Einarmigen Banditen" ins Gewicht. Der Experte befand, dass die Glücksspielszene in Salzburg besonders ausgeprägt sei und sogar "offener als in Wien".

Das österreichische Strafgesetzbuch ist im Hinblick auf derartige Vergnügungen indes eindeutig. Unter §168 heißt es: "Wer ein Spiel, bei dem Gewinn oder Verlust ausschließlich oder vorwiegend vom Zufall abhängen, oder das ausdrücklich verboten ist, veranstaltet (...), ist mit einer Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 360 Tagessätzen zu bestrafen."

Für die betroffenen Casinobetreiber bedeutet das eine Anzeige beim Bezirksanwalt. Sie könnten auch nach dem Verwaltungs-strafrecht belangt werden - diese Anzeigen ruhen jedoch, bis die Strafverfahren abgeschlossen sind.

"Das war ein sehr großer Erfolg für eine neue Strategie", sagt Hermann Winkler, der als Polizeijurist den Auftrag zur Bekämpfung des illegalen Glücksspiels in Salzburg erhielt. "Bisher war der Nachweis, dass hier das Gesetz gebrochen wird, extrem schwierig. Unsere Beamten waren bereits bekannt und hatten auch nicht die nötigen Spezialkenntnisse. Die Idee mit einem unauffällig erhebenden Sachverständigen war also richtig."

Die Order, illegale Casinos ins Visier zu nehmen, kam von weit oben: Polizeidirektor Gottfried Mair verlangte herzeigbare Erfolge, nachdem in der Vergangenheit wohl eher wenig passiert sei.

Der Ermittlungsschwerpunkt sei jedoch noch nicht abgeschlossen, sagt Winkler. In einer zweiten Kontrollwelle zu einem geheimen Zeitpunkt werde man offen, also durch eine Vielzahl uniformierter Polizisten, die Salzburger Spiellokale durchkämmen.

Für Gerald Granig, Präsident des Vereins "Anonyme Spieler Salzburg" (ASS), geht das nicht weit genug: Er verlangt, dass statt punktuell endlich kontinuierlich kontrolliert werde; den Betreibern sollten konsequent die Gewerbeberechtigungen abgenommen werden.
Quelle: salzburg.com © SN.

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